toba borke

improvisation auf hohem niveau

workshop kiew erster tag

nach unsere ankunft in der kiew hatte ich bereits die befürchtung, dass nikitas gruselgeschichten bezüglich sicherheit, sauberkeit und nahrung nicht ganz jeder logik entbehren könnten. als gestern abend um acht dann eine junge ukrainerin ungefragt bei mir auf dem zimmer anrief um mir mit den von nikita aus dem ukrainischen übersetzten worten “möchten sie einen schönen abend verbringen?” ihre dienste anzubieten, da war ich dann doch etwas besorgt. die einbruchsspuren an meiner hotelzimmertür, das vermeintliche polizeisiegel auf dem gang und nun auch noch liebesdienstofferten auf dem zimmertelefon von dem wildfremde dirnen eigentlich gar keine durchwahl haben sollten, darauf hatte mich meine erziehung nicht vorbereitet.
ich versuchte also zu schlafen und verstand wozu lärmschutz und ungenau passende gullideckel gut sind. denn die vielbefahren strasse hinter meinem zimmerfenster beglückte mich mit einem wunderbar unrythmischen klack-klack jedesmal wenn ein fahrzeug über den gulli rollte.

schlafen ist eine gute sache. ich stand auf, merkte während dem duschen, dass das wasser doch warm werden konnte und war mir schlagartig sicher, dass es heute ein guter tag werden würde. ich frühstückte mit nikita im hotel, wir fuhren mit sergej zum goethe-institut, lernten alissa endlich kennen und waren vollends baff als wir unseren seminarraum zu augen bekamen. ich mache jetzt echt seit einiger zeit workshops, aber derartige hochprofessionelle technik hatte ich abseits einer messe für zukunftsweisende schul- und präsentationstechnik noch nie gesehen.
unglaublich.

die gruppe ist auch dufte. die meisten sprechen unglaublich gutes deutsch, einer der wenigen jungs, massimo lebt seit gut fünf jahren von seiner musik (er ist erst 19!) und schenkte mir gleich sein album. ich schätze die meisten von euch haben noch nir ukrainischen rap gehört, deshalb hab ich euch massimo hier direkt mal verlinkt.
nikita und ich sind inzwischen etwas mehr angekommen. gestern abend noch hat nikita sich das siegel angesehen. es steht hotel drauf, was gegen die tote-nutte-im-schrank-theorie spricht und mir nur zu denken gibt wie sehr man sich von vorurteilen beeinflussen lässt. das essen ist fünfmal so lecker wie nikita meinte und vielleicht ist nikitas ukrainisch einfach so schlecht, das er gestern abend nicht verstanden hat, dass die empfangsdame sich nur erkundigen wollte ob alles zu unsere zufriedenheit ist.
sicher ist jedenfalls, das hat uns eine teilnehmerin erzählt, das kiew seit knapp fünf jahren eine eigene slamszene hat und genauso sicher ist auch das unser abschlussslam am 20.3.09 hier im institut der brüller werden wird. wir haben schon anmeldungen von einigen ukrainern und von unseren teilnehmern werden bestimmt auch einige mit machen.

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