toba borke

improvisation auf hohem niveau

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minsks studenten rappen professioneller als deutschlands mainstreamrapper

Dienstag, 02. Juni 2009

das in osteuropa das sprachniveau der als erlernte zweitsprache deutsch sprechenden menschen unerhört hoch ist, das durfte ich bereits in der ukraine realisieren. was mir hier in minsk passiert ist fällt mir recht schwer zu verdauen. ich habe einen rapworkshop gegeben und die teilnehmer, die alle deutsch studieren, haben nicht nur in kürzester zeit unglaublich gute texte verfasst, sie haben sie auch noch in noch kürzester zeit perfekt rappen gelernt.

wo ich in deutschland zum teil bei den workshops probleme habe den teilnehmern taktgefühl zu vermitteln, damit sie überhaupt den takt treffen haben die jungen weißrussen und -innen ihre raps sogut aus dem stehgreif eingerappt, dass ich keinen einzigen schnitt machen musste.  was insbesondere die beiden mädels die da gleichzeitig rappen, tanja und katja, auf die beine gestellt haben ist vollends unglaublich. normalerweise braucht man für sowas jahrelange übung. ich schwöre, ich hab nichts geschnitten, nichts verbessert. ist sind nur je die zweiten takes (aufnahmen) und die übereinnander gelegt. phänomenal. deutschlands rapper könnten sich da noch so einiges abschauen. hört es euch im player an.

direkt danach haben nikita und ich noch einen poetryslamworkshop gegeben, manche meiner rapper waren auch mit dabei, trotz allgemeiner ermattung, schließlich hatten nikita und ich bereits den ganzen vormittag workshops gegeben und die teilnehmer, die nicht vormittags schon bei mir zum rappen waren waren alle an der uni, sind in recht kurzer zeit nach einigen inspirationsspielen sehr poetische miniaturen entstanden die zum größten teil auch sehr gut performt wurden.

meine werten kollegen philip und nikita hatten mir schon am anfang erzählt vom strikten zeitplan der unsere reise regelte und so mussten wir auch direkt wieder auf die bühne um der ehrenvollen aufgabe nachzukommen das sommerfest des goetheinstituts minsk mit eine wenig dichtkunst und chansons zu eröffnen. die beiden waren ja in der woche davor schon umhergereist und hatten das glück vom schönen weißrussland etwas mehr zu sehen als ich, der ich doch nur 48h da war. nach unsere 30 minütigen performance waren wir alle also all unseren pflichten nach gekommen und konnten nun endlich mit dem raptypischen handzeichen minsk repräsentieren….

nach mighty moers direkt nach mighty minsk

Freitag, 29. Mai 2009

nach dem meine heimfahrt von moers gestern von einem lebensmüden um entspannte 2,5h verschoben wurde, was ich erstaunlicherweise mit humor nehmen konnte, mein zeitplan ein wenig aus den fugen geraten war und ich leicht gestresst in baden-baden zum dschungel beim swr angekommen war hatte ich eine zu kleine mütze schlaf um mich freitag morgen in den flieger über prag nach minsk zu setzen. ein weiteres mal durfte ich eine osteuropäische passkontrolle über mich ergehen lassen, inklusive wartezeit und krankenverischerungspflicht etc, die einem als verwöhnten, arroganten europäer mal sehen lässt, wie sich alle anderen erdenbürger auch fühlen wenn sie in die eu einreisen wollen. sergej, der fahrer des goethe-instituts, der mich abholen sollte und wegen der verspätung des fliegers aud prag aus dem ich ausgestiegen war schon seit über einer stunde wartete, empfing mich freundlich und fuhr mich durch das saftige weißrussische grün zum institut.

in minsk angekommen blieb mir nicht viel zeit und ich wurde direkt auf die bühne gescheucht.philip scharrenberg, niklita, viktar zhybul, ein weißrussischer slamer und meine wenigkeit hatten die ehre vor dem erlesenen und wie in der ukraine bemerkenswert gut deutsch sprechenden publikum unsere texte zum besten zu geben. es war wunderbar.

morgen geht es dann nochmal ans eingemachte. rapworkshops, slamworkshops und ne kleine performance.

nikita und scharri sind die gesamte letzte woche durch weißrussland gezogen. ich bin ein wenig neidisch, auch wenn ich die tage mit den kids in moers sehr genossen habe. da gab es heute abend beim abendessen was zu erzählen sage ich euch…