toba borke

improvisation auf hohem niveau

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poetry-slam-workshop am goethe institut minsk bestätigt den eindruck vom vortag: minsk geht ab!!!

Freitag, 21. Januar 2011

gestern hatten arschtritt lindgren und ich schon den eindruck, die jugend weißrusslands wäre etwas abgefahren unterwegs, da die teilnehmer unseres rapworkshops erst unglaublich schüchtern waren, dann aber krass aufgedreht haben. auch diesesmal ist mir schleierhaft, wie es passieren kann, das sich der workshop hier in minsk nicht deutlich von einem in deutschland unterscheidet. anfänglich haben wir ein wenig über die geschichte von poetry slam geredet, über marc smith und die anfänge im nuyorican poets café.

danach haben wir uns einige youtubeclips zum thema angesehen. empfehenswert ist da zum beispiel “bread pit” von lars ruppel oder auch dieses stück von dalibor. und wie es aussieht hat das ganze wohl ganz gut gewirkt. nach nur knapp einer stunde schreibphase hatte die gruppe ihre schüchternheit abgelegt und ein großteil der teilnehmer hatte sogar den mut die textskizzen in einer art micro-slam zum besten zu geben. aber seht selbst….

zweiter workshop am schulzentrum öde: glatt noch mehr action als beim ersten

Montag, 22. Juni 2009

heute morgen träumte ich noch kurz vor dem aufwachen von meinem vorbereiteten spezialmüsli mit frischen erdbeeren, welches ich leider nicht genießen konnte, da ich mich nach dem ersten weckerklingeln noch mal in mein kissen vergrub und auf diese weise unbeabsichtigt 30 minuten mehr in schlarafia verbrachte als geplant. aber nicht nur ich alleine hatte probleme mit der zeitplanung und so kamen jan, nikita und ich leicht verspätet in unsere klassenzimmer. ich hatte großes glück, denn ich bin davon überzeugt, dass meine gruppe die beste von allen war. es gab freshe raps, taugliche schulkritik, richtig anstößiges und sogar mitreißende appelle das leben zu genießen. das alles wurde auch noch mit freude und sachverstand vorgetragen, wenn nicht sogar performt.

also, hochverehrte neue poeten und -innen, ich hoffe ihr führt euren flash von heute fort. würde mich freuen noch das eine oder ander von euch zu hören. schreibt mir und am besten macht ihr auch noch beim slam mit, zumindest bei eurem schulslam.

euer borke

poetryslamworkshop im schulzentrum öde zu göppingen

Montag, 15. Juni 2009

heute morgen um knapp vor sieben hatte ich mich mit jan am bahnhof zu treffen um mit ihm gemeinsam nach göppingen zu fahrern und dort workshops zu geben. abgesehen von der frühmorgentlichen träge meiner schüler war die stimmung sehr gut. wir haben uns aus gründen der entspannung erst einige filme zum thema zu gemüte geführt um dann auch frisch und vollends motiviert ans schreiben zu gehen. trotzdem der montag als natürlicher feind jedes schülers insgesamt ein wenig bremste kamen wir zu vernünftigen ergebnissen un 7 teilnehmer trauten sich sogar ihre texte vorzutragen.

liebe 11 b, es bleibt noch zu erwähnen, das ich einige vernünftige texte lesen durfte. die rasenmäherfrau, das zeug von semy, fassi und flo, die baumgeschichte etc…

ich habe es euch schon persönlich gesagt, schreiben lernt man, in etwa so wie laufen. folglich freue ich mich wenn ich mal was von euch höre falls ihr interesse an ehrlicher kritik habt oder mal auf einem slam auftreten wollt.

euer tobias

minsks studenten rappen professioneller als deutschlands mainstreamrapper

Dienstag, 02. Juni 2009

das in osteuropa das sprachniveau der als erlernte zweitsprache deutsch sprechenden menschen unerhört hoch ist, das durfte ich bereits in der ukraine realisieren. was mir hier in minsk passiert ist fällt mir recht schwer zu verdauen. ich habe einen rapworkshop gegeben und die teilnehmer, die alle deutsch studieren, haben nicht nur in kürzester zeit unglaublich gute texte verfasst, sie haben sie auch noch in noch kürzester zeit perfekt rappen gelernt.

wo ich in deutschland zum teil bei den workshops probleme habe den teilnehmern taktgefühl zu vermitteln, damit sie überhaupt den takt treffen haben die jungen weißrussen und -innen ihre raps sogut aus dem stehgreif eingerappt, dass ich keinen einzigen schnitt machen musste.  was insbesondere die beiden mädels die da gleichzeitig rappen, tanja und katja, auf die beine gestellt haben ist vollends unglaublich. normalerweise braucht man für sowas jahrelange übung. ich schwöre, ich hab nichts geschnitten, nichts verbessert. ist sind nur je die zweiten takes (aufnahmen) und die übereinnander gelegt. phänomenal. deutschlands rapper könnten sich da noch so einiges abschauen. hört es euch im player an.

direkt danach haben nikita und ich noch einen poetryslamworkshop gegeben, manche meiner rapper waren auch mit dabei, trotz allgemeiner ermattung, schließlich hatten nikita und ich bereits den ganzen vormittag workshops gegeben und die teilnehmer, die nicht vormittags schon bei mir zum rappen waren waren alle an der uni, sind in recht kurzer zeit nach einigen inspirationsspielen sehr poetische miniaturen entstanden die zum größten teil auch sehr gut performt wurden.

meine werten kollegen philip und nikita hatten mir schon am anfang erzählt vom strikten zeitplan der unsere reise regelte und so mussten wir auch direkt wieder auf die bühne um der ehrenvollen aufgabe nachzukommen das sommerfest des goetheinstituts minsk mit eine wenig dichtkunst und chansons zu eröffnen. die beiden waren ja in der woche davor schon umhergereist und hatten das glück vom schönen weißrussland etwas mehr zu sehen als ich, der ich doch nur 48h da war. nach unsere 30 minütigen performance waren wir alle also all unseren pflichten nach gekommen und konnten nun endlich mit dem raptypischen handzeichen minsk repräsentieren….

poetryslamworkshop in der 8a des gymnasiums unterrieden in sindelfingen-maichingen

Dienstag, 05. Mai 2009

so meine lieben. ich sitze gerade noch an der bushalte vor eurer schule und denke darüber nach was ich denn nun schreiben soll über unseren spannenden vormittag. ich hoffe ihr hattet spass, ich hoffe ihr schreibt weiter und ich hoffe ihr versteht euch gut. vielleicht sieht man sich ja wirklich mal auf nem slam in der nähe. wenn ihr lust habt zögert nicht mich anzumailen, damit auch ihr endlich mal die rampensau auf die bühne bringt.

was mich wirklich ein wenig verwundert hat, dass war wie ruhig und brav ihr wart. mann, mann, die heutige jugend. derart entspannt. wenn ihr mal gelangweilt sein solltet, dann schreibt mal nen text in dem ihr euch alles rausnehmt, in dem ihr gott seid. das tut gut. und besonders die die heute keine lust hatten sich auf das lehrerpult zu stellen und zu performen, gerade bei denen würde es mich freuen wenn ich irgendwann nochmal was zu lesen bekomme.

ich danke euch für eure aufmerksamkeit, euer engagement und eure kreativität.

euer borke

der slam in czernowitz: 24 poeten und (hauptsächlich) -innen rocken die bühne derbst

Samstag, 28. März 2009

nach unserm workshop in kiew hatten wir einiges gelernt. wir haben uns mühe gegeben unsere teilnehmer so gut wie möglich auf die bühne vorzubereiten und einen slam zu veranstalten, der wirklich taugt. und auch wenn man sich selbst nicht lobt, so muss an dieser stelle gesagt sein, dass uns das wirklich gelungen ist. das lag aber weniger an den von uns gezogenen konsequenzen nach unseren erfahrungen in kiew, sondern in erster linie an den externen poeten und -innen, dem czernowitzer publikum, der organisation und hilfe von judith und julia und unseren schützlingen. es war phänomenal.

das publikum war über zwei runden so aufmerksam, dass wir kurzerhand die restlichen acht poeten aus der offenen liste, in die sich insgesamt wohl 14 dichter und -innen eingetragen haben noch in einer dritten runde untergebracht haben, und trotz dieser gewaltigen textmenge und der entsprechenden konzentration die so etwas braucht, vorallem in zwei sprachen von denen der großteil des publikums eine nicht beherrschte und vom beamer ablesen musste, blieben so gut wie alle der knapp 150 besucher bis zum ende um die siegerinnern zu küren. es war unglaublich wie aufmerksam gefolgt wurde und ich als ausländer der die ukrainischen und russischen texte schlicht nicht verstand war derart baff was für knackige appläuse manch ruhiger, das publikum in schweigenden bann ziehende text am ende bekam. der gesamtsiegerin nach drei runden, natalia, die neben olga aus unserem kurs und zwei anderen mitbewerberinnen im finale stand, gelang es auch auf eben diese weise ins finale zu ziehen und sich dann dort den banksy-band zu sichern, den ich als hauptpreis aus deutschland mitgebracht hatte. außerdem hatte judith noch eine peter fox cd dazu gepackt damit die deutsche sprache auch akkustisch verbreitung findet.

die stimmung war unglaublich. diese ungebrochene aufmerksamkeit, de hochachtung den dichtern und -innen gegenüber und auch die qualität der vorträge (über inhalte kann ich ja als der sprache nicht mächtiger nicht viel sagen) haben nikita, judith und mich umgehauen. zwar erzählte mir ivan, einer unserer teilnehmer, es hätte schon den einen oder anderen poetryslam in czernowitz gegeben, aber er meinte auch, dass dies wohl der bisher größte und beste gewesen sei. wunderbar. mehr kann man ich wirklich nicht wünschen.

kurzum: nikita und ich werden uns heute zusammen mit mila, einer teilnehmerin die den slam gestern höchst professionell und souverän moderiert und dafür ihren eigentlichen zug hat sausen lassen, in den nachtzug nach kiew setzten, von wo wir morgen mittag dann nach stuttgart zurück fliegen. wir werden die flasche guten vodka trinken die uns unsere teilnehmer zum abschied geschenkt haben um die 17h fahrtzeit ein wenig zu verkürzen und an die letzten zwei wochen denken die mit dem slam gestern abend definitiv ihren höhepunkt hatten. wir werden leicht angedudelt seufzen und nachdenken über die tatsache, dass in der gerade von der finanzkrise so derbe gebeutelten ukraine die menschen zum größten teil zwar in matriell bescheideneren umständen leben aber dafür mehr lesen und besser schreiben. ich hoffe nicht das einer von meinen lesern hier nun beleidigt die nase rümpft, aber die qualtiät der texte die in den zwei wochen entstanden sind bleibt in dieser quantität selbst bei workshops an deutschen universitäten in meiner erfahrungswelt bisher unerreicht.

ich hoffe darauf das nikita und ich es schaffen den geplanten slamaustausch der ukrainischen poeten nach stuttgart auf die beine zu stellen. ich hoffe das ihr, die poeten, weiter schreibt und den slam in die welt tragt und ich hoffe das czernowitz bald einen regelmäßigen slam bekommt und ihr mich dann einladet. ich für meinen teil war bestimmt nicht das letzte mal in der ukraine.

letzte vorbereitungen für den slam am freitag, texte und spiele

Freitag, 27. März 2009

nachdem mich nikita heute morgen aus meiner sicht zu früh weckte um mich auf den “kaliniwski”, der markt hier, zu gehen war ich ein wenig mürisch, aber ich hatte doch die hoffnung etwas coolen nippes zu finden, spongebob t-shirts und alte sowjetischen tünneff oder sonst irgendwas in diese richtung. außer zwei bögen spongebobsticker für mich und meinen besten freund habe ich leider nichts brauchbares gefunden. ich war desweiteren sehr hungrig, aber nikita hielt mich souverän davon ab hier hausmacherwurst zu kaufen. die frage bleibt, ob er zu vorsichtig oder ich zu leichtgläubig bin. bisher habe ich in der ukraine aber, das muss gesagt werde, überduchschnittlich gut und lecker gespeist.

nach einem entspannten mittagessen mit judith im “sunytschka”, zu deutsch “erdbeerchen”, einer kleinen eckkneipe mit gerademal vier tischen nahe der universität von czernowitz, geführt von einer unglaublich gut kochenden, grimmig schauenden und extrem herzlichen dame, die nur zum mittagstisch geöffnet; machten wir uns also auf den weg zum deutschen haus, wo seit beginn unseres workshops unsere treffen stattfanden. auf wunsch der teilnehmer fingen wir diesmal wieder mit einem spielchen an. gefolgt von training für den slam morgen abend und nebenher begann ich mit den aufnahmen. ihr könnt sie euch hier im flashplayer anhören.

am freitag um drei werden wir uns treffen und die letzten male auf der bühne üben, auf der dann am abend der erste czernowitzer poetryslam stattfinden wird. ich bin gespannt. unsere teilnehmer auch. mit mila haben wir eine super komoderatorin. mit der übermotivierten gruppe kann es nur gelingen. ich hoffe ich schaffe es morgen für euch auch einen kleinen film aufzunehmen. bis dahin

czernowitz inspiriert und unsere teilnehmer lernen den slam kennen

Dienstag, 24. März 2009

heute mittag, nach dem essen waren wir auf dem alten, jüdischen friedhof. dort haben nikita und judith auch direkt zwei teilnehmer getroffen. wahrscheinlich haben sie sich auch von der atmosphäre inspirieren lassen. es war unglaublich.

danach ließen wir sie noch etwas an ihren texten feilen um einen ersten slam durchzuspielen. wir haben in kiew gemerkt, dass das bloße erklären nicht ganz reicht und so hielt nikita das für eine gute idee.
er hatte recht. es war unglaublich. die texte hier sind explizit gut und das einzige, das diese texte von einem sieg auf einem deutschen poetryslam abhalten könnte ist neben der zum teil noch etwas mickrigen länge das problem der schwiegrigkeit eine fremdsprache perfekt zu betonen. aber das ist marginal. nikita und ich sind ein wenig fassungslos von der bandbreite der texte hier. es geht von düsterer lyrik über emotionale prosa bis zu melodischen raps.

morgen fangen wir mit den aufnahmen an, versuchen einige texte zu verlängern und auch dem/der letzten die bühenscheu zu nehmen.  ich hoffe ich kann dann morgen abend schon die ersten songs hochladen. es ist sehr schwer hier ins netz zu kommen und die bandbreite ist, wie soll ich sagen, zeitraubend…
bis dahin

erster tag rap- und slamworkshop in czernowitz

Dienstag, 24. März 2009

nachdem wir nach unserem workshop in kiew etwas spät bemerkt hatten, dass lehrer und dozenten in der ukraine ansich eine respekteinflößend autorität besitzen, die unseren zielen workshopmäßig eher im weg stehen begannen wir diesmal etwas anders. wie wollten nicht, dass fragen nicht gestellt oder unverständnis nicht zugegeben wurde aus angst etwas falsch zu machen.

die gruppe hier ist größer, spricht ebenfalls sehr gutes deutsch, kommt ebenfalls aus der halben ukraine und scheint uns noch offener. die stimmung hier ist auch insgesammt sehr entspannt. das goethe-institut hat eben auch etwas respekteinflößendes, kiew ist groß und hektisch. czernnowitz hingegen, die geburtsstadt von paul celan, ist deutlich ruhiger und wirkt älter.

nikita und ich sind sehr gespannt, was hier entstehen wird.

der abschlussslam im goethe-institut kiew und der wehmütige abschied

Dienstag, 24. März 2009

nachdem wir in der gruppe also lange zeit daraufhin gearbeitet haben kam dann vorgestern der große moment: der abschlussslam. das publikum konnte natürlich nicht die bankweg deutsch, also haben wir die erst so mühsam auf deutsch geschriebene texte ins ukrainische bzw russische übersetzt und sie auf die leinwand der bühne projeziert.

der slam, moderiert von nikita und sascha, war durch die notwendigkeit der doppelten moderation (ukrainisch / deutsch) anfangs etwas träge, aber die ukrainischen poeten verstanden ihr handwerk. ein älterer herr slamte einen explizit obzönen text sogar auf deutsch, obwohl er der sprache kaum mächtig war…
gewonnen hat schließlich pawlo, ein junger mann aus kiew, da keiner von uns beiden sich an seinen nachnamen erinnern kann muss ich euch den leider schuldig bleiben.

einziger wehmutstropfen war, neben unserm überstürzten abschied da wir auf den nachtzug nach chernivzi mussten, die tatsache, dass die juoren unsere sich so hart darauf vorbereiteten teilnehmer unfair schlecht bewertet haben. es ist eben ein unterschied ob man einen text in seiner muttersprache oder in einer fremdsprache verfasst und vorträgt. glücklicherweise schien das unserenn teilnehmern weniger nah zu gehen als nikita und mir.
den ganzen tag hatten wir noch geübt und aufgenommen. die aufnahmen könnt ihr euch im flashplayer des letzte eintrags anhören.
als der slam vorbei war mussten wir wie schon erwähnt sowas von auf der stelle ins auto springen und auf den zug nach czernivzi. das war gleichermaßen ein erlebnis wie ein abenteuer.

der zug braucht von kiew nach czernowitz knapp 17h, das entspricht wohl etwa 32km/h. das goethe-institut hatte uns ein ganzes abteil gemietet und wir konnten uns soweit das wackeln und rattern des zuges dies zulies gut entspannen. jetzt sind wir in chernivzi und gespannt auf unsere nächste gruppe morgen.