toba borke

improvisation auf hohem niveau

Archiv für die Kategorie ‘politik’

deutsche bildungspolitik ein debakel…

Freitag, 03. Juni 2011

wenn man bedenkt wieviel geld innerhalb der letzten jahre an subventionen und wirtschaftshilfen, an bankenrettung und abwrackprämie verblasen worden sind und dann in diesem schönen beitrag von frontal21 einmal mehr verdeutlicht kriegt wie vollkommen kaputt unsere politik auf das probleme reagiert dann bleibt einem auch nur noch ein grenzdebiles grinsen….

da reden wir seit gefühlten jahrzehnten von der “bildungsrepublik” und integration aber etwas geld auszugeben um da mal ne grundlage zu schaffen scheint wohl schon zuviel verlangt. von der kritik der un am deutschen bildungswesen hört man in unseren medien wenig und ehec ist auch spannender als die misere auf die unsere kinder zusteuern. von sowas kriege ich blutigen durchfall…

 

stuttgart wird eingewiesen: urban priol und georg schramm zur 50. montagsdemo gegen s21 auf der bühne.

Montag, 25. Oktober 2010

ich bin ein großer freund des politischen kabaretts. insbesondere von herrn georg schramm. das dieser nun nach seinem ausstieg bei “neues aus der anstalt” in stuttgart einen auftritt umsonst und draußen und auch noch zur 50. montagsdemo gegen das größenwahnsinnige, ineffiziente projekt unserer wirtschaftselite stuttgart21 zum besten gibt ist mir als stuttgarter gleicherweise eine ehre wie eine freude. und da man die freude am besten duch teilen multipliziert hier nun nochmal für die besuchen meines blogs die diese glanzstunde der demonstrationskultur verpasst haben sollten:

die leidige integrationsdebatte: mal wieder eine destruktive diskussion am thema vorbei

Mittwoch, 20. Oktober 2010

es passiert mir heute schon oft das ich mich als deutscher schämen muss. meist bei meinen workshops, wenn ich erleben darf wie lehrer, deren aufgabe es ist die kids zu fördern, mir erklären ich dürfte nicht zu viel erwarten, es seien eben hauptsächlich ausländer in der von mir anzutreffenden hauptschulklasse. wenn ich beobachten kann, wie hauptschulen ihre besten schüler zu halten versuchen damit ihre gute note den gesamten schülerschnitt hoch ziehen anstatt sie zu bestärken es mal auf der realschule zu versuchen und sie stattdessen auf die eigene werkrealschule schicken. die hauptschulen bekommen nämlich ein ranking für ihren notendurchschnitt. dieser wäre naturgemäß schlechter, wenn man konsequent versuchen würde alle schüler mit einem schnitt der besser als 2,4 ist auf die real zu schicken…

ich kriege das kotzen wenn ich den schlaganfallsdementen sarrazin hören muss, dessen namen arabischer (!) herkunft ist (er bedeutet “mohammedaner”), der nicht nur mit türken und arabern per se ein problem zu haben scheint sondern auch noch für seine aversion gegen obst- und gemüsehändler applaus erntet. währenddessen versucht eine hier geborene, inzwischen fertig studierte kroatischstämmige freiundin verzweifelt einen deutschen pass zu bekommen, der ihr im endeffekt aus reiner willkür verweigert wird. hätte sie in ihrem studium statistken selbst erfunden oder bei arbeiten die quellennachweise vergessen, so wie sarrazin es tut, so hätte sie ihren abschluss einfach nicht bekommen…

ich mache bei meinen workshops regelmäßig die bittere erfahrung, das ich bei der antwort auf die frage: “was bist du? wo kommst du her” erstaunten unglaube ernte wenn ich “deutscher” sage. anscheinend ist es den meisten einfach vollends ungewohnt einen “biodeutschen” (was für ein unwort im jahre 2010) zu begegnen, der ihnen versucht vorbehaltlos zu begegnen und ihnen etwas zutraut. meistens sogar mehr als sie selbst und leider fast immer mehr als ihre lehrer.

wenn ich dann nach dem aufstehen bei frontal21 noch diesen beitrag finden darf, dann drängt sich mir da gefühl auf, dass es einfach absicht ist, das in deutschland schon lange segregiert wird, dass es unter umständen deswegen gerade nochmal schön propagandös gestreut wird, weil eine gewisse elite um ihre vorherrschaft bangt und auf sozialen unfrieden hofft, damit die menschen nicht auf die idee kommen mal nach französischen vorbild so richtig auf den putz zu hauen.

die debatte wird derart destruktiv geführt und ohne jegliche rücksicht auf das befinden von unseren zugewanderten mitmenschen, dass ich mich ehrlich gesagt wunder, dass alles so friedlich bleibt. auch die islamdebatte geht vollends am thema vorbei. ich erlebe nur mit wie wir muslimische jugendliche radikalisieren, weil wir sie ja eh von vornherein als potentielle terroristen darstellen. so respektlos wie hier über moslems geredet wird habe ich im libanon kenen taxifahrer über christen reden hören. auch keinen türken hier. und solange wir die abschlüsse von zugewanderten akademikern nicht anerkennen ist die dabatte um integration eh für den arsch. wieso sollte sich denn jemand bemühen sich zu integrieren, wenn er erleben darf, dass wir ihm hier praktisch aus der ausbildung reißen damit er nen billigen hilfsjob machen. dafür habe ich in meiner arbeit genug bespiele finden dürfen. mtivierte engagierte jugendliche, die aus absurdesten gründen von der ausländerbehörde aus den schulen genommen wurden und jetzt 1euro jobs machen anstatt was vernünftiges zu lernen.

stellen wir uns mal einen moment vor, wir deutschen hätten die damals ins land geholten arbeitskräfte nicht nur “gastarbeiter” genannt, wir hätten sie auch wie gäste behandelt. wir hätten uns mühe gegeben dass sie sich wohl fühlen, hätten ihnen unser habitat gezeigt, sie rum geführt, ihnen geduldig erklärt wie das hier läuft und auch zu gehört was sie uns aus der heimat berichten, wir hätten ihren kindern vermittelt das wir sie brauchen und wir ihnen dankbar sind das sie jetzt hier leben und arbeiten; wir hätten dafür gesorgt dass sie eine gelegnheit bekommen ihre talente zu entdecken und zu entfalten, dass sie auch die deutschen gepflogenheiten schätzen lernen, zum beispiel bei einem besuch bei ihrem deutschen gesamtschulklassenkameraden, ja vielleicht hätten wir den moslems unter ohnen sogar eine moschee gebaut, aber eine schne und nicht mitten im industriegebiet….

ich glaube es wäre dann heute üblich diese menschen nicht mehr als gäste zu sehen, sondern als bürger wie jeden anderen auch. die schwäbische mutti würde ihr lamm beim halalmetzger kaufen und die gesamt gesellschaft könnte sich ernsthafteren problemen zuwenden als aus segregiernder angst selbsterzeugter fremdenfeindlichkeit gegen große teile des eigenen volkes.

als hätte man es nicht geahnt: eskalation beim polizeieinsatz zur parkräumung vom 30.9.10 in stuttgart war wohl gewollt

Dienstag, 19. Oktober 2010

gruseliger artikel in der taz. leider hatte ich selbst während der demonstrationen genau diese befürchtung. leute mit knopf im ohr haben mich aufgefordert “aktiv” zu werden und andere die mich im nightlife schon öffters mal nach was zu rauchen gefragt hatten wollten wissen wo man sich trifft, wer welche aktionen macht etc. ich frage mich ob sowas noch als rechtstaatlich bezeichnet werden darf. auffällig ist auch, dass in dem video das die polizei als rechtfertigung für das harte durchgreifen präsentierte ein angreifer mit einer ausführung einer pfefferspraydose gezeigt wird die enormen druck hat, fast drei meter horizontal sprüht und einen strahl mit einer physik erzeugt der denen der polizisten auffällig ähnlich ist….

aspekte über die proteste gegen stuttgart21

Sonntag, 17. Oktober 2010

bin zufällig über diesen beitrag über die neue protestkultur gegen stuttgart21 gestolpert. halte ihn für sehr empfehlenswert.

die stuttgart21befürworter….

Montag, 27. September 2010

sehr interessant ist in meinen augen die pro-stuttgart21-bewegung. bei den meisten youtubecomments die das projekt befürworten fällt es einem leicht in frage zu stellen ob der autor wirklich ließt was er schreibt, oder es sich einfach um einen parteisoldaten der cdu handelt. nun habe ich von einem freund einen link zum blog metronaut.de zugesendet bekommen der schön aufzeigt wie da gearbeitet wir:

“In Stuttgart zeigt sich gerade eine neue Qualität von politischen Social Media Kampagnen. Doch nicht nur die Gegner des Milliardenprojektes sind aktiv, sondern seit ein paar Wochen auch vermeintliche Befürworter. Schon eine einfache Recherche beweist, dass hier PR-Agenturen am Werk sind. Ein Überblick.”

das da manipuliert wird wie es nur geht fällt jedem auf der bei den protesten dabei ist. ich habe bisher noch nie so friedliche demonstrationen gesehen. trotzdem wird medial über gewalttätigen widerstand gesprochen. seltsamerweise kenne ich niemanden der soetwas bezeugen könnte und youtubevideos die das dokumentieren fehlen auch. ich hoffe das die stuttgarter bewegung zum vorbild wird und sich mehr menschen trauen die uns versprochene demokratie auch ernsthaft einzufordern. ob die entschlüsse um s21 rechtmäßig waren ist in meinen augen in frage zu stellen, alleine schon wegen der verstrickungen zwischen wirtschaft und politik. der ausstieg aus dem atomausstieg ist definitiv ein gutes beispiel dafür das man alles kippen kann wenn man nur will. anscheinend hat aber die stimme der wirtschaft schwereres gewicht als die des volkes. ich erinnere hier an artikel 20 absatz 2 unsere grundgesetzes. aber solange die bild freibier verlost, wird sich daran wahrscheinlich nicht viel ändern….

auf das es friedlich bleibt….

Montag, 27. September 2010

nachdem ich mich weiterhin für ein wenig mehr volksnähe bei dem projekt stuttgart21 einsetze, bzw dementsprechend dagegen und häufig demonstrieren bin, ist mir aufgefallen wie übernatürlich friedlich und entspannt die stuttgarter polizei zur zeit ist. ich kenne sie so bisher nicht und muss nur nochmal wiederholen: daumen hoch!!!

bei einer spontanen strassenblockade im sommer hat mir ein beamter sogar geholfen mein rad zu reparieren, nachdem ich ne gesprungenen kette hatte. er hat sehr ambitioniert nach werkzeug im dienstwagen gesucht und mir letztendlich seinen privatern leatherman in die hand gedrückt.

auch wenn der großteil der menschen in meinem alter nicht unbedingt den besten draht zur polizei hat und ich selbst auch wirklich schlechte erfahrungen gemacht habe, so wollte ich einfach nochmal unterstreichen, dass das geld das in s21 gebuttert wird eben nicht in die ausstattung von polizeistationen und lohnerhöhungen der ordnungshüter fließen kann. damit erkläre ich mir auch die entspannte haltung der beamten. als dank bin ich bei der demo am vorletzten samstag mit ghettoblaster von cop zu cop gezogen um ihnen ein ernstgemeintes dankeschön zu freestylen.

die reaktionen waren sehr interessant. manche haben es gefeiert, die meisten glaubten aber wohl ich wolle sie verarxxxen oder waren schlichtweg überfordert. ich hoffe die stimmung bleibt so friedlich. der arbeitsumfang für die beamten ist imens und die proteste werden ruppiger, nachdem das thema auch medial nicht wirklich die aufmerksamkeit bekommt die angemessen wäre.

ein weiteres mal schelte für die beschxxxene bildungspolitik der bildungsrepublik

Mittwoch, 25. November 2009

dass die un unser schulsystem kritisiert ist nichts neues. dass die ideen zur verbesserung trotz bester vorbilder im europäischen ausland nicht mal diskutiert werden ist traurige wahrheit. hier nun ein weiteres mal eine bestätigung der gleichen langweiligen alten chose vom zdf-magazin frontal 21 am aufhänger betreuungsgeld. wer bitte soll denn eure rente zahlen wollen, wenn ihr keine knete für die jugend locker macht? zum glück schreibt die bild morgen wieder über

na dann gute nacht…

lehrernotstand

Donnerstag, 30. April 2009

sehr interessanter beitrag von frontal21 zum thema lehrermangel in bawü. da kann man wieder einmal wunderbar sehen was der “bildungsrepublik” ihr edels ziel wert ist.

der slam in czernowitz: 24 poeten und (hauptsächlich) -innen rocken die bühne derbst

Samstag, 28. März 2009

nach unserm workshop in kiew hatten wir einiges gelernt. wir haben uns mühe gegeben unsere teilnehmer so gut wie möglich auf die bühne vorzubereiten und einen slam zu veranstalten, der wirklich taugt. und auch wenn man sich selbst nicht lobt, so muss an dieser stelle gesagt sein, dass uns das wirklich gelungen ist. das lag aber weniger an den von uns gezogenen konsequenzen nach unseren erfahrungen in kiew, sondern in erster linie an den externen poeten und -innen, dem czernowitzer publikum, der organisation und hilfe von judith und julia und unseren schützlingen. es war phänomenal.

das publikum war über zwei runden so aufmerksam, dass wir kurzerhand die restlichen acht poeten aus der offenen liste, in die sich insgesamt wohl 14 dichter und -innen eingetragen haben noch in einer dritten runde untergebracht haben, und trotz dieser gewaltigen textmenge und der entsprechenden konzentration die so etwas braucht, vorallem in zwei sprachen von denen der großteil des publikums eine nicht beherrschte und vom beamer ablesen musste, blieben so gut wie alle der knapp 150 besucher bis zum ende um die siegerinnern zu küren. es war unglaublich wie aufmerksam gefolgt wurde und ich als ausländer der die ukrainischen und russischen texte schlicht nicht verstand war derart baff was für knackige appläuse manch ruhiger, das publikum in schweigenden bann ziehende text am ende bekam. der gesamtsiegerin nach drei runden, natalia, die neben olga aus unserem kurs und zwei anderen mitbewerberinnen im finale stand, gelang es auch auf eben diese weise ins finale zu ziehen und sich dann dort den banksy-band zu sichern, den ich als hauptpreis aus deutschland mitgebracht hatte. außerdem hatte judith noch eine peter fox cd dazu gepackt damit die deutsche sprache auch akkustisch verbreitung findet.

die stimmung war unglaublich. diese ungebrochene aufmerksamkeit, de hochachtung den dichtern und -innen gegenüber und auch die qualität der vorträge (über inhalte kann ich ja als der sprache nicht mächtiger nicht viel sagen) haben nikita, judith und mich umgehauen. zwar erzählte mir ivan, einer unserer teilnehmer, es hätte schon den einen oder anderen poetryslam in czernowitz gegeben, aber er meinte auch, dass dies wohl der bisher größte und beste gewesen sei. wunderbar. mehr kann man ich wirklich nicht wünschen.

kurzum: nikita und ich werden uns heute zusammen mit mila, einer teilnehmerin die den slam gestern höchst professionell und souverän moderiert und dafür ihren eigentlichen zug hat sausen lassen, in den nachtzug nach kiew setzten, von wo wir morgen mittag dann nach stuttgart zurück fliegen. wir werden die flasche guten vodka trinken die uns unsere teilnehmer zum abschied geschenkt haben um die 17h fahrtzeit ein wenig zu verkürzen und an die letzten zwei wochen denken die mit dem slam gestern abend definitiv ihren höhepunkt hatten. wir werden leicht angedudelt seufzen und nachdenken über die tatsache, dass in der gerade von der finanzkrise so derbe gebeutelten ukraine die menschen zum größten teil zwar in matriell bescheideneren umständen leben aber dafür mehr lesen und besser schreiben. ich hoffe nicht das einer von meinen lesern hier nun beleidigt die nase rümpft, aber die qualtiät der texte die in den zwei wochen entstanden sind bleibt in dieser quantität selbst bei workshops an deutschen universitäten in meiner erfahrungswelt bisher unerreicht.

ich hoffe darauf das nikita und ich es schaffen den geplanten slamaustausch der ukrainischen poeten nach stuttgart auf die beine zu stellen. ich hoffe das ihr, die poeten, weiter schreibt und den slam in die welt tragt und ich hoffe das czernowitz bald einen regelmäßigen slam bekommt und ihr mich dann einladet. ich für meinen teil war bestimmt nicht das letzte mal in der ukraine.