toba borke

improvisation auf hohem niveau

Archiv für Oktober 2010

die leicht versteckte perle löchgau

Freitag, 29. Oktober 2010

nachdem ich heute morgen also in heidenheim war hatte ich heute abend die ehre im jugendcafé löchgau einen rapworkshop zu geben. die gruppe war wissendurstig und haben mir auch mal wieder paar songs gezeigt die ich nicht kannte und die es wert sind sie zu kennen. wie zum beispiel “stunde null” von bizzy montana und chakuza. dazu kamen noch abartigen talente die da schlummerten. hätte ich ehrlich gesagt von löschgau, von dessen existenz ich bisher nichts wusste, nicht gedacht. nochmal hut ab.

nach der einführung in die geschichte von rap und das reime finden gings direkt ans schreiben. aber wie. fabian hatte erst hemmungen und hat am ende doch was absolut vorzeigbares vor der türe in sein handy getippt, manuel hat nen recht düsteren aber sehr langen und gut gereimten text verfasst und anto, der auch schon einige auftritte hatte hat als einziger live gerappt und derbe geburnt.

ganz besonders muss ich aber isy und robin, die nicht nur die jüngsten in der gruppe waren, sonder auch echt super erste texte geschrieben haben. ich hoffe ihr bleibt dabei. ohne scheiß, der entstehung von so guten erstlingswerken habe ich lange nicht mehr beiwohnen dürfen.

hoffe ich höre von euch

bis bald und schöne ferien

euer borke

erster teil des ehrgeizigen workshops an der friedrich-voith-schule in heidenheim an der brenz

Freitag, 29. Oktober 2010

heute morgen war ich dann also in heidenheim um dort an der friedrich-voith-schule eine recht ehrgeiziges projekt zu starten: in nur zwei treffen wollen wir doch tatsächlich und direkt auch gute songs nicht bloß geschrieben haben, sondern auch aufgenommen haben. momentan habe ich da auch keine zweifel, dass wir das schaffen. die gruppe war super lebendig und offen. nur in so kurzerer zeit auch noch inhaltsbezogen gut zu schrteiben, das wird schwierig. aber es sind ja ferien und da hat man zeit, wenn da nun auch noch lust und interesse von mir geweckt werden konnte, dann geht das gar nicht anders als dass es ein erfolgreiches projekt wird…

alle waren unglaublich aufmerksam und haben derart konzentriert zugehört, dass ich es selbst kaum glauben konnte. insbesondere wo ich euch am anfang doch noch mit der geschichte gelangweilt habe…
nach einigen videos auf youtube und debatten über das schulsystem gings dann unter zeitdruck direkt ans schreiben. und auch wenn nicht viel zeit war, so bin ich doch echt glücklich mit den skizzen die ich gesehen habe und auch sicher das wir am ende minimum fünf vernünftige songs aufnehmen werden. und wie gesagt: sobald ihr was gutes geschrieben habt schickt es mir per mail, damit ich euch helfen und tipps zum rappen üben geben kann. sonst wird das nicht so tight am mittwoch nach den ferien wenns ums aufnehmen geht.

bis dann schöne ferien, ich freue mich auf unser nächstes treffen

euer borke

in korntal gehts zur sache..

Donnerstag, 28. Oktober 2010

heute nachmittag war ich im jugendhaus korntal und wurde da mit haftbefehl empfangen. heute mittag erst habe ich mit jaysus drüber diskutiert, er feiert ihn, ich fürchte ich bin da zu dogmatisch zu. ich finde rap muss einen wahren kern haben. und darüber hinaus ist die welt destruktiv genug, also bin ich für jede form von konstruktiven input dankbar und das vermiss ich bei haft bisschen… obwohl ich mich also schon direkt nicht so ganz beliebt gemacht hatte mit meinen statements über drogenticken und mit angeben, was ja in freier wildbahn meist echt nicht gut endet und auch dem geständnis das ich haft nicht so spannend finde sind die wenigen mädels und hauptsächlich jungs und ich echt super klar gekommen.

wir haben viel diskutiert, auch bisschen über religion und politik und islamophobie inklusive einiger missverständnisse. mir macht diese segregierende integrationsdebatte gerade echt angst, weil ich viele meiner freunde von führenden politikern beleidigt sehe und wenn dann jemand wie haft kommt, dann ist das wieder dufte um rap ne schlechte presse zu geben und schlecht über menschen zu sprechen die optisch nicht ganz so “biodeutsch” aussehen. uärxs. was ein wort. schnell zähneputzen, pfui spinne…

naja, wie dem auch sei, die jungs haben geschrieben, gute zeilen für die ersten schritte, leider hat sich niemand getraut dem scheiß auch zu kicken so blieb es wieder an mir hängen. gerade bei hussein hätte ich gern noch gecheckt ob er neben dem zeilenschreiben auch das takttreffen beherrscht.., aber nico, dennis, alessandro, hanno, musti und dennis haben besser gearbeitet als es ihnen selbst bewusst war. zum dank bin ich dann noch auf den wunsch eingegangen ihnen nen kleinen freestyle zu kicken:

jungens, ich hoffe ich hör noch was von euch und bekomme paar mails mit texten. war ne freude. hoffentlich sehen wir uns mal wieder.

euer borke

Mittwoch, 27. Oktober 2010

heute war ich dann also mal wieder in möglingen. habe einige bekannte gesichter gesehen. unter anderem erken, der inzwischen selbst an seiner rapkarriere als kanack58 arbeite. ganz vorzeigbar wie ich finde. es war ein bunter haufen und klar hab ich einige verscheucht mit meinem geschichtlichen vortrag. wir haben sehr viel diskutiert und am ende auch geschrieben. klar ging es wieder viel um haftbefehl und die frage der authentizität solcher künstler. ich hab auch seit langem mal wieder ein paar sachen kennenlernen dürfen die ich echt gut fand. diesen song von raf camorra zum bleistift.

trotz ausgedehnter debatten über rap und die politik dahinter, dann politk und religion und wieder die glaubwürdigkeit im rap sind fast alle bis zum ende geblieben und ich hoffe ich bleibe euch nicht ausschließlich als hippiekartoffel in erinnerung. es ist eben leider nicht so das ein guter rapper auch gut verdient, raf rappt ja auch davon: kein benz, aber eben auch kein chef. das leben ist schwer aber uns hier geht es gut.

ich hoffe ihr habt was gelernt, bisschen nachdenken angefangen und dass wir in kontakt bleiben. wenn jemand fragen zum producing hat, wo er beats her belkommt oder sonst was, meldet euch! auf hoffentlich bald.

euer toba borke

nachdenklicher freestyle zum abend..

Mittwoch, 27. Oktober 2010

den beat habe ich vor sechs jahren aus nem song von oxmo geschnitten. ist dufte das ding. manchmal sind so abende eben nicht ganz so euphorisch. manchmal ist das alles einwenig viel. da hilft dann ein tagebucheintrag. sollte man nicht öffentlich machen heißt es. und wenn doch dann möglichst gut verpacken. hoffe zweiteres habe ich erreicht..

kirchheim neckar und die politik die hinter dem rap war..

Dienstag, 26. Oktober 2010

heute abend war ich also in kirchheim neckar um im dortigen jugendhaus ein wenig über rap zu referieren. es war eine freude. ich habe gleich ein wenig zu moralin angefangen und meine persönliche aversion gegenüber künstlern wie haftbefehl ausgesprochen, wir sind schnell in die debatte gekommen, die seitens der teilnehmer mehr gefragt war als ein filmchen über die hiphophistory. es ist wunderbar ausgeartet und ich hoffe das der eine oder die andere eventuell manches von dem was so erzählt wird in frage stellen wird..

dann kam die presse und wollte “authentische fotos mit action”. willkommen in der realität. eigentlich das gleiche was der a&r von massiv auch versucht hat…

nach dieser kurzen unterbrechung fingen wir dann mit dem schreiben an. einige haben lieber etwas gebubelt aber alles in allem bin ich sehr zufrieden. es war auch eine freunde ibrahim und onur wieder zu sehen, die ich vor zwei jahren schon einmal hier in einem workshop hatte.

noch mal direkt an die mädels, robin, pino, burak, hussein und dimi: es wäre mir eine freude von euch mal wieder was zu hören. meldet euch einfach. schickt mal ne mail. und wenn ihr beats braucht checkt rappers.in.

bis bald

euer borke

stuttgart wird eingewiesen: urban priol und georg schramm zur 50. montagsdemo gegen s21 auf der bühne.

Montag, 25. Oktober 2010

ich bin ein großer freund des politischen kabaretts. insbesondere von herrn georg schramm. das dieser nun nach seinem ausstieg bei “neues aus der anstalt” in stuttgart einen auftritt umsonst und draußen und auch noch zur 50. montagsdemo gegen das größenwahnsinnige, ineffiziente projekt unserer wirtschaftselite stuttgart21 zum besten gibt ist mir als stuttgarter gleicherweise eine ehre wie eine freude. und da man die freude am besten duch teilen multipliziert hier nun nochmal für die besuchen meines blogs die diese glanzstunde der demonstrationskultur verpasst haben sollten:

neuer eintrag ins freestyletagebuch..

Samstag, 23. Oktober 2010

kleiner freestyle auf einen der bezaubernden beats vom “beattape vol. 1” zu laden bei  “rap ohne lizenz“. fresher shiat.

kesselcypher: es geht immer besser weiter…

Mittwoch, 20. Oktober 2010

nachdem wir uns nun das dritte mal getroffen haben war klar das es zeit war mal wieder bisschen zu freestylen. diesmal war amd+ auch etwas wacher ;) und hat genehmst geflowt. selbst keller, den ich auf dem level eh noch nie freestylend erleben durfte hat derbe gekickt. hoffe emre, michele und denniz, unser jüngsten überrabauken fahren sich das hier mal rein und nehmen sich ein vorbild….

genießt es..

die leidige integrationsdebatte: mal wieder eine destruktive diskussion am thema vorbei

Mittwoch, 20. Oktober 2010

es passiert mir heute schon oft das ich mich als deutscher schämen muss. meist bei meinen workshops, wenn ich erleben darf wie lehrer, deren aufgabe es ist die kids zu fördern, mir erklären ich dürfte nicht zu viel erwarten, es seien eben hauptsächlich ausländer in der von mir anzutreffenden hauptschulklasse. wenn ich beobachten kann, wie hauptschulen ihre besten schüler zu halten versuchen damit ihre gute note den gesamten schülerschnitt hoch ziehen anstatt sie zu bestärken es mal auf der realschule zu versuchen und sie stattdessen auf die eigene werkrealschule schicken. die hauptschulen bekommen nämlich ein ranking für ihren notendurchschnitt. dieser wäre naturgemäß schlechter, wenn man konsequent versuchen würde alle schüler mit einem schnitt der besser als 2,4 ist auf die real zu schicken…

ich kriege das kotzen wenn ich den schlaganfallsdementen sarrazin hören muss, dessen namen arabischer (!) herkunft ist (er bedeutet “mohammedaner”), der nicht nur mit türken und arabern per se ein problem zu haben scheint sondern auch noch für seine aversion gegen obst- und gemüsehändler applaus erntet. währenddessen versucht eine hier geborene, inzwischen fertig studierte kroatischstämmige freiundin verzweifelt einen deutschen pass zu bekommen, der ihr im endeffekt aus reiner willkür verweigert wird. hätte sie in ihrem studium statistken selbst erfunden oder bei arbeiten die quellennachweise vergessen, so wie sarrazin es tut, so hätte sie ihren abschluss einfach nicht bekommen…

ich mache bei meinen workshops regelmäßig die bittere erfahrung, das ich bei der antwort auf die frage: “was bist du? wo kommst du her” erstaunten unglaube ernte wenn ich “deutscher” sage. anscheinend ist es den meisten einfach vollends ungewohnt einen “biodeutschen” (was für ein unwort im jahre 2010) zu begegnen, der ihnen versucht vorbehaltlos zu begegnen und ihnen etwas zutraut. meistens sogar mehr als sie selbst und leider fast immer mehr als ihre lehrer.

wenn ich dann nach dem aufstehen bei frontal21 noch diesen beitrag finden darf, dann drängt sich mir da gefühl auf, dass es einfach absicht ist, das in deutschland schon lange segregiert wird, dass es unter umständen deswegen gerade nochmal schön propagandös gestreut wird, weil eine gewisse elite um ihre vorherrschaft bangt und auf sozialen unfrieden hofft, damit die menschen nicht auf die idee kommen mal nach französischen vorbild so richtig auf den putz zu hauen.

die debatte wird derart destruktiv geführt und ohne jegliche rücksicht auf das befinden von unseren zugewanderten mitmenschen, dass ich mich ehrlich gesagt wunder, dass alles so friedlich bleibt. auch die islamdebatte geht vollends am thema vorbei. ich erlebe nur mit wie wir muslimische jugendliche radikalisieren, weil wir sie ja eh von vornherein als potentielle terroristen darstellen. so respektlos wie hier über moslems geredet wird habe ich im libanon kenen taxifahrer über christen reden hören. auch keinen türken hier. und solange wir die abschlüsse von zugewanderten akademikern nicht anerkennen ist die dabatte um integration eh für den arsch. wieso sollte sich denn jemand bemühen sich zu integrieren, wenn er erleben darf, dass wir ihm hier praktisch aus der ausbildung reißen damit er nen billigen hilfsjob machen. dafür habe ich in meiner arbeit genug bespiele finden dürfen. mtivierte engagierte jugendliche, die aus absurdesten gründen von der ausländerbehörde aus den schulen genommen wurden und jetzt 1euro jobs machen anstatt was vernünftiges zu lernen.

stellen wir uns mal einen moment vor, wir deutschen hätten die damals ins land geholten arbeitskräfte nicht nur “gastarbeiter” genannt, wir hätten sie auch wie gäste behandelt. wir hätten uns mühe gegeben dass sie sich wohl fühlen, hätten ihnen unser habitat gezeigt, sie rum geführt, ihnen geduldig erklärt wie das hier läuft und auch zu gehört was sie uns aus der heimat berichten, wir hätten ihren kindern vermittelt das wir sie brauchen und wir ihnen dankbar sind das sie jetzt hier leben und arbeiten; wir hätten dafür gesorgt dass sie eine gelegnheit bekommen ihre talente zu entdecken und zu entfalten, dass sie auch die deutschen gepflogenheiten schätzen lernen, zum beispiel bei einem besuch bei ihrem deutschen gesamtschulklassenkameraden, ja vielleicht hätten wir den moslems unter ohnen sogar eine moschee gebaut, aber eine schne und nicht mitten im industriegebiet….

ich glaube es wäre dann heute üblich diese menschen nicht mehr als gäste zu sehen, sondern als bürger wie jeden anderen auch. die schwäbische mutti würde ihr lamm beim halalmetzger kaufen und die gesamt gesellschaft könnte sich ernsthafteren problemen zuwenden als aus segregiernder angst selbsterzeugter fremdenfeindlichkeit gegen große teile des eigenen volkes.